
Wiederauferstehung eines Klassikers - Jene Verfilmung des Phantom-Stoffes war bisher auf dem deutschen Video/DVD Markt am schwierigsten zu ergattern. Ich selbst bezog damals ein Video aus den USA, um in den Genuss des Streifens zu kommen. Umso größer mein Erstaunen, als ich nun bei Amazon auf diese deutsche DVD stieß. Schnell ließ das Erstaunen nach, als ich hinter dem Titel das Kürzel OmU laß (Original mit Untertiteln). Trotzdem besorgte ich mir die Scheibe und entdeckte beim Lesen des Booklets, dass die deutsche Tonspur aus dem einfachen Grunde fehlt, weil sie verschollen ist!!! Das ist schade, allerdings tut das dem Film keinen Abbruch. Man darf ihn nicht als klassichen Horrorfilm verstehen, sondern eher als leichte Unterhaltung mit verstaubtem Gruseleffekt. Er weicht in wesentlichen Fakten von der Romanvorlage ab und deshalb erscheint es sinnlos, ihn mit anderen Phantom-Verfilmungen zu vergleichen. Der Film geht eigene Wege, und dass ist auch ganz gut. Wahrscheinlich hat man sich damals in Deutschland auch für einen anderen Filmtitel als Das Phantom der Oper entschieden, eben weil wenig Roman in dem Film steckt. Trotzdem kann ich diesen Film für diejenigen empfehlen, deren Herz für die sanfte Gruselattacken der Hammer-Studios schlägt!
Warum nicht mit Deutschem Ton ? - Alles in im ganzen gesehen,ein recht schwaches Hammer-Remake.Noch dazu one Deutsche Tonspur.WARUM EIGENTLICH ? ich kann mich erinnern das in den 70ern auch eine Deutschsprachige Version in den Kinos gelaufen ist.ES EXISTIERT ALSO EINE DEUTSCHE TONSPUR!
Guter, weitgehend unbemerkt geblieber Beitrag zum Phantom-Thema - Obwohl es den berühmten britischen Hammer-Studios 1962 bereits gelungen war, schon anderen totgesagten klassischen Horror-Helden neues Leben einzuhauchen - diesmal in Breitwand und Farbe - bleibt ihre Version von Das Phantom der Oper doch hinter dem Klassiker mit Lon Chaney sr. zurück. Hierzulande auch unter dem nichtssagenden Titel Das Rätsel der unheimlichen Maske gelaufen, ist sie wohl zu Recht nie ganz so berühmt geworden wie Dracula oder Frankensteins Fluch. Ein Muss für Hammer-Fans ist die DVD natürlich trotzdem! Thorley Walters ist hinreißend als Impresario Latimer, und den sonst auf väterliche Freunde (Batman) und leidgeprüfte Ehemänner (Dracula) abonnierten Michael Gough sehen wir hier - man höre und staune! - als den ignoranten und aufgeblasenen Komponisten Lord Darcy, als Bösewicht...!! Dazu Hammer-Urgestein wie Michael Ripper und Miles Malleson, nur Edward de Souza ist zwar als jugendlicher Liebhaber perfekt besetzt, den Opernintendanten nimmt man ihm aber nicht ab. Herbert Loms originale Stimme wirkt großartig als unheimliches Phantom (wie die deutsche Fassung ausfällt, weiß ich leider nicht). Edwin Estleys Musik ist selbst in den Opern-Szenen erstaunlich gut, wenn auch für eine Opernkomposition manchmal etwas zu simpel. Immerhin: was wir von der modernen Oper Jeanne d Arc hören, zeigt uns zumindest, dass der geheimnisvolle Komponist seiner Zeit weit voraus gewesen sein muss... Fragt sich: was ist denn nun eigentlich schief gegangen? Der originale Plot ist hier teilweise doch eher zu seinen Ungunsten verändert worden. Das Phantom, hier erstmals mit einem Gefährten, hat eigentlich kaum noch etwas zu tun, um Christine Daaé zur Operndiva zu machen: sie ist bereits ausgebildete Sängerin, und um sie zur größten überhaupt zu machen, braucht das Phantom nach eigener Aussage nur noch drei Wodchen. - Moment mal - drei Wochen?! Und das auch noch unter ausgeprägtem seelischen und körperlichen Stress?! Was soll die Arme denn da lernen? Dass Kunst weh tut? - Das Hauptproblem ist das Finale nach einem im Grunde genommen völlig perfekten Beginn. Hat sich das Phantom erst einmal offenbart, verliert der Film gehörig an Spannung: ihm fehlt einfach ein ernstzunehmender Gegenspieler. Haben wir erst einmal begriffen, welches Unrecht man dem armen Phantom antat, wünschen wir ihm seine Rache selber viel zu sehr, als dass sie überhaupt noch bedrohlich wäre. So führt denn auch das Ende nicht ein dramatischer Konflikt herbei, sondern ein völlig dämlicher Zufall. Das ganze Ende wirkt überhastet, wie nachträglich beschnitten, als hoffte man, auf diese Weise den Zuschauer nicht merken zu lassen, dass dem Film etwas Entscheidendes fehlt: der Höhepunkt. Trotzdem, ein würdiger Beitrag zum Phantom-Thema, und wenn die Ausstattung genausogut ist, wie sie das Label schon zu Draculas Bräute vorgelegt hat, ein absolutes Muss für Hammer-Fans!