
Rosemary s Trouble... - Ähm räusper...Am Anfang wohl eher Szenen einer jungen Ehe mit ganz normalen Streitigkeiten und nervigen Nachbarn, als ein Horrorfilm... Aber am Ende des Filmes wirds spannend...nur gehöre ich wohl zur Generation, die mit Scream und Saw aufgewachsen ist, statt mit die Vögel und Rosemaries Baby...Was eigentlich schade ist :-( Ich verstehe den subtilen Horror schon, aber meiner Meinung ist dies einer der überschätzten Filme, die mehr Hype haben, als ihnen zusteht! (Auch wenn ihr mich jetzt alle schlagen wollt!) ,-)))
Der Klassiker schlechthin! - Die Basis-Geschichte dieses Films ist bestimmt schon 100x kopiert worden und findet sich in vielen von neueren Horror-Streifen wieder, nur aber leider unendlich schlecht kopiert. Dieser Polanski-Streifen darf zu Recht als Meisterwerk und Meilenstein bezeichnet werden. Eben nicht, weil es billige Schockeffekte gibt, sondern weil sich die (beängstigende) Geschichte langsam entwickelt und aufbaut, der Grusel entsteht unterschwellig. Das Zusammenspiel von Alt- und Jungstars (Ruth Gordon Mia Farrow) ist grandios, ebenso wie die Hintergrundmusik. Ein Streifen zum immer wieder ansehen - und immer wieder Gänsehaut kriegen.....
Mehr Psychodrama als Horror - Groß war das Geschrei 1968 in den USA als Roman Polanski ( Tanz der Vampire )Ira Levins Buch mit Mia Farrow in der Hauptrolle verfilmte. Aus christlichen Kreisen hieß es, der Film sei eine Perversion und eine Verhöhnung der christlichen Werte. Mit 40 Jahren Abstand kann man das Ganze etwas unaufgeregter betrachten und den Film vielleicht nicht so sehr als Horrorfilm betrachten, sondern als psychologische Studie.Der Pakt mit dem Teufel ist ein uraltes Motiv, dennoch ist Rosemarys Baby dahingehend innovativ, dass der Vertragspartner (hier ihr Ehemann Guy, gespielt von John Cassavetes) hier auf Kosten seiner unschuldigen Ehefrau das Glück seiner Karriere opfert. Und doch: Richtig übersinnlich ist der Film nur in zwei kurzen Szenen. Beim bizarren Zeugungsakt und noch einmal kurz vor Ende sind die berühmten Augen zu erkennen. Der Rest des Films ist eine schmale Gratwanderung zwischen (heute zugegeben eher weniger gruselndem Horror) und der Beschreibung einer beginnenden Psychose.Die wirkliche Stärke des Films liegt daher darin, dass der Zuschauer eigentlich nie weiß, ob es nun tatsächlich um eine Verschwörung von Satanisten geht oder er Zeuge einer komplizierten Schwangerschaft und beginnenden Persönlichkeitsspaltung ist, vor allem auch deshalb weil es kaum eine Szene gibt, in der Mia Farrow samt ihrer körperlichen und psychischen Zerrüttung nicht zu sehen ist.Fazit------40 Jahre später schockt Rosemarys Baby kaum noch, doch umso intensiver ist die Faszination einer psychologische Studie mit einer grandiosen Mia Farrow. Polanskis Film ist und bleibt ein Meilenstein des Genres, eben weil er komplett auf Schockmomente und Blut verzichtet, den Zuschauer aber trotzdem nicht kalt lässt.
Ein morbides Meisterwerk - Ich hab letzte Nacht, im Traum, nach dem Genuss des Filmes meinen eigenen Horrortrip durchlebt. :-)Ich kann die Kritiken am Film jedenfalls nicht verstehen. Das ist ein grandioser Film, der den Horror langsam und absolut erbarmungslos in die heile Welt einer jungen Frau hineinträgt. Die Atmosphäre über dem Film ist furchtbar. Der Schluss ist schon fast psychodelisch, absolut alptraumartig, ich habe noch nie im Fernsehen von einem älteren Herrn ekstatische Hail Satan, Hail Satan-Rufe gesehen. Dass sich Rosemary als Mutter für das (leider nicht zu sehenden Satanskind) anerbietet ist an Morbidität nicht zu übertreffen. In Hollywood des Jahres 2008 leider nicht mehr möglich. Und wer den Film langweilig findet, sollte vielleicht ein bisschen weniger Fernseh gucken, um die Reizschwelle etwas abzubauen, damit er den diesem Film tief inneliegenden Horror wieder spüren kann.
herrlich subtil... - Zugegeben: es waren sämtliche Register der Überredungskunst nötig, mich zum Schauen dieses Films zu bewegen, was schlicht an der Hauptrollenbesetzung liegt: wenn es eine Frau gibt, die ich wirklich nicht ertragen kann, ist es Mia Farrow!Wie auch immer, ich habe mich also voller Hyperkritik an diesen längst fälligen Klassiker gewagt, um am Ende restlos überzeugt zu sein!Hier kommen Wahnsinn, Grauen und Horror mal ganz dezent durch das Hintertürchen, ohne die beliebten Bloody-Highways und Metzgermethoden.Das leider verstumpfte, hemmschwellenlosen Publikum mag das ja vielleicht langweilig finden, aber gerade die langsame Entwicklung von typisch amerikanischer Heile-Welt-Idylle zur Teufelswiege macht hier den Reiz aus und - hätte ja never ever gedacht, dass ich das mal sagen würde - der Film lebt zweifelsohne auch von Mrs. Farrows Kindfrau-Gehabe, das die Absurdität und Unfassbarkeit der Vorgänge noch unterstreicht.Im Gegensatz zu einigen der vorangegangenen Kritikern finde ich die Tatsache, das die kleine Satansbrut nicht gezeigt, sondern lediglich gehört wird, sehr zum sonstigen Filmstil passend und zudem lässt die Reaktion der Mia-Mama beim Anlbick ihres Baby s die Phantasie des verstörten Zuschauers zu kranker Höchstform auflaufen!Herrlich subtil, so wie die Horromärchen des Alltags nunmal sind und jetzt hab ich sie auch endlich alle gesehen, die filmischen Ausgeburten Polanskis......alle irgendwo anzusiedeln zwischen kindlicher Unschuld und dem Wahnsinn einer bösen,bösen Welt.